Heilpädagog*innen/Heilerziehungspfleger*innen in der Personalverordnung Kita

Das Forum zu p√§dagogischen Fachthemen bietet einen Ort des Austauschs der raum- und zeitunabh√§ngig von Fachkr√§ften, Eltern, Tr√§gervertreterInnen und der interessierten Fach√∂ffentlichkeit genutzt werden kann. Fragen, Probleme, L√∂sungen, Informationen, Kritik und Lob zur Kindertagesbetreuung in Brandenburg haben hier einen Platz. F√ľr das Ziel, den Kindern bestm√∂gliche Entwicklungschancen zu er√∂ffnen und daf√ľr zu einer Partnerschaft aller am Erziehungsprozess Beteiligten beizutragen, sollen hier p√§dagogische Themen behandelt werden.

Moderator: Detlef Diskowski

Fritzi
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Heilpädagog*innen/Heilerziehungspfleger*innen in der Personalverordnung Kita

Beitragvon Fritzi » 23.02.2017, 12:26

Warum stellt sich Brandenburg so an,Heilerziehungspfleger und Heilp√§dagogen als Fachkraft f√ľr Regelkitas anzuerkennen? In Anderen Bundesl√§ndern ist das nicht so.Ich bin auch der festen √úberzeugung, dass eine gute Mischung von Erziehern und Heilp√§dagogen oder Heilerziehungspfleger nur positiv sein kann.
Ich wei√ü nicht was es f√ľr einen Unterschied macht , ich √ľberspitze, ob ich mit einem Kind mit einem Arm oder mit einem Kind mit 2 Arme arbeite.
Die Ausbildung der Heilerziehungspfleger ähnelt doch stark der von den Erziehern. Und Heilpädagogik ist eine Weiterqualifizierung.
Zum Argument; das ist eine komplett andere Ausbildung kann ich sagen:
Ich denke auch hier kommt es auch auf die jeweilige Fachschule an. Ich kann von meiner Fachschule sagen, dass wir sehr viel p√§dagogisches Wissen vermittelt bekommen haben und zus√§tzlich medizinischen. Meine damalige Heilerziehungspflegerausbildung war sehr hart und mit zus√§tzlich viel Hausarbeiten durch die doch sehr umfangreichen Inhalt die diese Ausbildung vermittelt. Besonders lag der Schwerpunkt auf den Blick, das Kind =Kind bzw. Mensch =Mensch ist und die Bed√ľrfnisse die selben ob mit oder ohne Behinderung.
Und wenn ich manche Praktikanten in meiner Einrichtung begleite und sehe was diese als Erzieher vermittelt bekommen wird mir ganz anders. Sie kommen in der Praxis als fertige Erzieher an und sind komplett √ľberfordert da sie nicht auf die Praxis und deren Aufgaben vorbereitet sind. Darum begr√ľ√üe ich um so mehr, das jetzige duale System der Erzieherausbildung.
Es sollte dringend dar√ľber nachgedacht werden hier was zu √§ndern. Wir leben in einer Zeit wo wir weltoffen sind und es auch nicht sein kann das F√∂rderschulen abgeschafft werden aber in der Kita das Personal nicht dem Kind gerecht wird oder es erst gar nicht aufgenommen wird weil Fachpersonal nur in Integrationskita arbeiten die voll sind bis oben hin da die Regelkitas dieses Personal nicht hat oder Verwaltungsaufwand so hoch ist dass sie keinen Antrag stellen.
Und die Erzieher wieder alleine mit der Situation da stehen! Ich w√ľrde mir w√ľnschen, dass endlich mal die Zust√§ndigen, in die Einrichtung gehen und den P√§dagogen zuh√∂ren. Es ist kein Zustand. Selbst in den Integrationskitas 15 Kinder davon 5 integrativ. Ja auf dem Papier ! Von den 11 "normalen" sind 5 die ebenfalls einen Integrationsstatus ben√∂tigen. Und so sehen auch die Regelgruppen in den Regelkitas aus!
Und man ganz zuschweigen von dem Einstufungsrichtlinien f√ľr die integrationskinder (nach Pflegestufe) das ist aber nicht der reale Aufwand den die P√§dagogen zu stemmen haben.
Da frag ich mich warum nicht gehandelt wird?
Und was ist mit dem Schl√ľssel der Integrationsgruppen?
Warum wird hier nicht der Sch√ľssel ebenfalls gesenkt?
Lg

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Detlef Diskowski
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Re: Heilpädagog*innen/Heilerziehungspfleger*innen in der Personalverordnung Kita

Beitragvon Detlef Diskowski » 24.02.2017, 10:41

Liebe Fritzi,
diese Frage wird seit einigen Jahren diskutiert und ich m√∂chte in der Antwort etwas ausf√ľhrlicher die Sachlage darstellen und die Argumente f√ľr die Beibehaltung dieser Regelung aufzeigen. Ob ich Sie damit √ľberzeugen kann wei√ü ich nicht, aber ich kann Ihnen hoffentlich deutlich machen, dass die Gr√ľnde weder in der Schlafm√ľtzigkeit noch in Dummheit begr√ľndet sind, sondern in einer anderen Bewertung der Situation.
Fritzi hat geschrieben:Warum stellt sich Brandenburg so an,Heilerziehungspfleger und Heilp√§dagogen als Fachkraft f√ľr Regelkitas anzuerkennen? In Anderen Bundesl√§ndern ist das nicht so.Ich bin auch der festen √úberzeugung, dass eine gute Mischung von Erziehern und Heilp√§dagogen oder Heilerziehungspfleger nur positiv sein kann.

Hier stimme ich Ihnen unbedingt zu und m√∂chte nur darauf verweisen, dass Brandenburg schon seit vielen Jahren in der Personalverordnung M√∂glichkeiten der echten Multiprofessionalit√§t und f√ľr den Seiteneinstieg in die T√§tigkeit angelegt hat - und das zu einer Zeit als wir noch f√ľr eine angebliche Aufweichung von Fachstandards heftig kritisiert worden sind. (Schauen Sie sich mal die M√∂glichkeiten des ¬ß 10 KitaPersV an: http://www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/d ... c.49087.de

Vor diesem Hintergrund sind z.B. Heilpädagog*innen und Heilerziehungspfleger*innen ohne jede weitere Voraussetzung als Fachkräfte in Kitas zugelassen, wenn dort mind. ein Kind mit einem besondere Förderbedarf betreut wird; also keineswegs nur in den sog. Integrationskitas, sondern auch in den Regelkitas mit Einzelintegration.

Fritzi hat geschrieben:Die Ausbildung der Heilerziehungspfleger ähnelt doch stark der von den Erziehern.

Das ist nicht zutreffend. Es handelt sich um zwei unterschiedliche, jeweils dreij√§hrige Fachschulausbildungen. Heilerziehungspfleger*innen (HEP) sind f√ľr die Arbeit mit k√∂rperlich und geistig behinderten Menschen jeden Alters qualifiziert - Erzieher*innen f√ľr die Erziehung, Bildung, Betreuung und Versorgung von Kindern in Kindertagesbetreuung, Erziehungshilfe, Jugendarbeit...
Wenn es sich um gleiche oder zumindest sehr √§hnliche Ausbildungen handeln w√ľrde, m√ľssten auch Erzieher*innen als Pflegekr√§fte in der Heilerziehungspflege arbeiten d√ľrfen; das d√ľrfen sie m.W. nicht.
Wenn es sich um gleiche oder zumindest sehr √§hnliche Ausbildungen handeln w√ľrde, w√§ren die Fachschulen von der Breite des Einsatzfeldes noch mehr √ľberfordert, als sie das nach meiner Einsch√§tzung jetzt schon sind. (In der DDR gab es die Krippenerzieher, die Kinderg√§rtner, ..... Das war m.E. eine zu gro√üe Einschr√§nkung aber die jetzige Breitbandausbildung der Erzieher ist vermutlich eine √úberforderung.) Wenn also eine Berufsbezeichnung und eine berufliche Qualifizierung Sinn machen soll, dann muss man sie sinnvoll zuschneiden und nicht zu weit √∂ffnen.[/quote]

Fritzi hat geschrieben:Und Heilpädagogik ist eine Weiterqualifizierung.
Das ist zutreffend, und soweit die Grundqualifikation Erzieher*in ist, gibt es auch kein Problem. War die Grundausbhildung HEP, gilt das oben Gesagte.[/quote]

Fritzi hat geschrieben:Zum Argument; das ist eine komplett andere Ausbildung kann ich sagen:
Ich denke auch hier kommt es auch auf die jeweilige Fachschule an. Ich kann von meiner Fachschule sagen, dass wir sehr viel p√§dagogisches Wissen vermittelt bekommen haben und zus√§tzlich medizinischen. Meine damalige Heilerziehungspflegerausbildung war sehr hart und mit zus√§tzlich viel Hausarbeiten durch die doch sehr umfangreichen Inhalt die diese Ausbildung vermittelt. Besonders lag der Schwerpunkt auf den Blick, das Kind =Kind bzw. Mensch =Mensch ist und die Bed√ľrfnisse die selben ob mit oder ohne Behinderung.
Und wenn ich manche Praktikanten in meiner Einrichtung begleite und sehe was diese als Erzieher vermittelt bekommen wird mir ganz anders. Sie kommen in der Praxis als fertige Erzieher an und sind komplett √ľberfordert da sie nicht auf die Praxis und deren Aufgaben vorbereitet sind. Darum begr√ľ√üe ich um so mehr, das jetzige duale System der Erzieherausbildung.

Auch hier stimme ich Ihnen zu, es kommt sehr auf die Ausbildungsstätten an, auf die Schule aber auch auf die Praxsis!
Nur gilt eine Personalverordnung f√ľr alle Schulen und kann nicht danach unterscheiden, wie die Inhalte waren. Und gerade weil es (insbesondere im Erziehungsbereich) nicht in erster Linie auf das beanstandungsfreie Durchlaufen eines formalen Bildungsgangs ankommt, sondern auf Pers√∂nlichkeitsentwicklung, auf Dialogf√§higkeit, Feinf√ľhligkeit... sind die Zug√§nge √ľber den ¬ß 10 KitaPersV weit ge√∂ffnet worden. So gibt es z.B. die M√∂glichkeit, dass ein Tr√§ger eine speziell auf eine Person abgestimmte "individuelle Bildungsplanung" dem Ministerium vorlegt und dass die Person nach Absolvieren eine Fachkraft f√ľr Kita ist - ungeachtet ihrer Erstausbildung. Das halte ich f√ľr eine zukunftsweisende Qualifikationsbestimmung ... nicht die allgemeine Gleichsetzung unterschiedlicher Berufe.

Fritzi hat geschrieben:Es sollte dringend dar√ľber nachgedacht werden hier was zu √§ndern. Wir leben in einer Zeit wo wir weltoffen sind und es auch nicht sein kann das F√∂rderschulen abgeschafft werden aber in der Kita das Personal nicht dem Kind gerecht wird oder es erst gar nicht aufgenommen wird weil Fachpersonal nur in Integrationskita arbeiten die voll sind bis oben hin da die Regelkitas dieses Personal nicht hat oder Verwaltungsaufwand so hoch ist dass sie keinen Antrag stellen.
Und die Erzieher wieder alleine mit der Situation da stehen! Ich w√ľrde mir w√ľnschen, dass endlich mal die Zust√§ndigen, in die Einrichtung gehen und den P√§dagogen zuh√∂ren. Es ist kein Zustand. Selbst in den Integrationskitas 15 Kinder davon 5 integrativ. Ja auf dem Papier ! Von den 11 "normalen" sind 5 die ebenfalls einen Integrationsstatus ben√∂tigen. Und so sehen auch die Regelgruppen in den Regelkitas aus!
Und man ganz zuschweigen von dem Einstufungsrichtlinien f√ľr die integrationskinder (nach Pflegestufe) das ist aber nicht der reale Aufwand den die P√§dagogen zu stemmen haben.
Da frag ich mich warum nicht gehandelt wird?

Ich hoffe, das konnte ich Ihnen erkl√§ren; und bitte erkennen Sie, dass HP wie HEP in Regelkitas arbeiten d√ľrfen, wenn dort Kinder mit F√∂rderbedarf sind. Ihre Grundannahme ist also m.E. nicht zutreffen.
Ob Sie sonst meine Argumente teilen, weiß ich nicht, aber ich hoffe, Sie können sie nachvollziehen. (Ministerialmitarbeiter*innen sind garnicht so dumm und weltfremd wie man gemeinhin annimmt und es gibt dabei sogar solche die selber Erzieher*innen waren ;-)

Fritzi hat geschrieben:Und was ist mit dem Schl√ľssel der Integrationsgruppen? Warum wird hier nicht der Sch√ľssel ebenfalls gesenkt? Lg

Ich vermute, das ist eine rhetorische Frage. Wie sehr häufig, hängt viel am Geld ..... aber nun sagen Sie nicht, "bei den behinderten Kinder darf man nicht sparen", ohne gleichzeit vorzuschlagen, wo man das dann tun darf.
Aber ich stimme Ihnen zu, dass die Hilfegewährung im Einzelfall komplizierter ist, als Pauschalregelungen (siehe hier: viewtopic.php?f=34&t=464), die dann häufig nicht sehr zielgenau sind
und dass es sicher Verbesserungsm√∂glichkeiten gibt wie √ľberall, wo Menschen arbeiten.
Es gr√ľ√üt freundlich
Detlef Diskowski

(10/1991 - 2/2016 Referatsleiter Kita im MBJS)

Fritzi
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Re: Heilpädagog*innen/Heilerziehungspfleger*innen in der Personalverordnung Kita

Beitragvon Fritzi » 24.02.2017, 11:33

Das ist zutreffend, und soweit die Grundqualifikation Erzieher*in ist, gibt es auch kein Problem. War die Grundausbhildung HEP, gilt das oben Gesagte.


Also da geh ich nicht ganz mit. Der Heilpädagoge ist ein eigenständiger Beruf und kann/sollte nicht an der Vorbildung fest gemacht werden. Da ich auch nicht zwingend den Erzieher oder Heilerzieungspfleger benötige um ein staatlich anerkannter Heilpädagoge zu werden. Es ist hier ja auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, welche Voraussetzungen ich mitbringen muss um diesen Abschluss zu erwerben. Genauso wie man ja in Brandenburg einen sozialpflege Assistent machen kann um den Erzieher zu erwerben aber nicht jeder staatlich anerkannte Erzieher ihn haben muss. Und trotzdem ist er kein wenig guter Erzieher als der der den Sozialassisten hat. Es sollte kein staatlich anerkannter Beruf nach der Vorbildung beurteilt werden.

Um nochmal auf die Ausbildung zu kommen, kann ich mit gutem Gewissen sagen, sie √§hnelt sich wirklich stark. Ich habe meine Hefter mit den einer Kollegin verglichen, 80% √úbereinstimmung. Aber ich kann ihrer Argumentation folgen und wer sich nicht den Spa√ü gemacht hat mal Hefter zu vergleichen wird auch an dieser Meinung festhalten ;) . Ich war der 1te Jahrgang als die lernfelder eingef√ľhrt wurden, also Versuchskarnickel, vielleicht liegt es auch daran und es hat sich wesentlich was ge√§ndert :?:


Mit dem Betreuungsschl√ľssel, meinte ich, dass er ja f√ľr die regelgruppen grade sinkt und ich das Gef√ľhl habe, dass man die Integrationsgruppe vergessen hat. Dort m√ľsste er doch eigentlich f√ľr die regelkinder ebenfalls sinken ?


Ich h√§tte da noch eine Frage, diese habe ich bereits im pers√∂nlichen Gespr√§chen auch Herrn l√ľttmann mitgegeben. Aber vielleicht kann man auch hier noch mal dr√ľber diskutieren.
Laut mbsj sollen in Integrationsgruppe 2 P√§dagogen + Zivi (Hilfskraft) sein. Durch den Wegfall der Wehrpflicht gibt es ja nun nicht mehr soviele Zivis. Also schwierig f√ľr die Einrichtungen Hilfskr√§fte zu finden die sie nicht hoch bezahlt werden. fsjler gibt es ja auch nicht so viele :( Kann man hier nicht M√∂glichkeit schaffen? Z.b statt Zivi sozialassiten einzusetzen die aber wie das normale Personal zu einen gewissen Prozentsatz ebenfalls vom Bund getragen werden? Oder ist das bereits m√∂glich und viele Tr√§ger wissen es nicht?
Zuletzt geändert von Fritzi am 24.02.2017, 11:51, insgesamt 1-mal geändert.

Fritzi
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Re: Heilpädagog*innen/Heilerziehungspfleger*innen in der Personalverordnung Kita

Beitragvon Fritzi » 24.02.2017, 11:35

Achso und machen wir uns nichts vor es gibt gen√ľgend Kinder in Regelkitas die den erh√∂hten F√∂rderbedarf haben. Er steht nur nicht auf dem Papier weil Eltern keine Antr√§ge stellen oder Antr√§ge abgelehnt werden weil keine Pl√§tze da sind;)


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