www.Seminar "Mit knappen Ressourcen klug haushalten!"

Das Forum "Recht und Struktur" soll helfen Fragen zum Rahmen der Kindertagesbetreuung zu klÀren, ZusammenhÀnge aufzuzeigen, auf rechtliche Bestimmungen hinzuweisen und Lösungswege zu eröffnen.

Moderator: Detlef Diskowski

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www.Seminar "Mit knappen Ressourcen klug haushalten!"

Beitragvon Detlef Diskowski » 18.03.2017, 13:12

Die Personalbemessung pro Kind und Betreuungszeitraum an vier Stichtagen im Jahr schafft eine große FlexibilitĂ€t in der Zusammensetzung der Gruppen und eine dreimonatige Planungssicherheit fĂŒr die Finanzierung des Personals.
Aber: Die Lage des Stichtags VOR dem Zahlungszeitraum und die bekannten jahreszeitlichen Schwankungen in der Belegung machen eine vorausschauende Personalplanung erforderlich, weil ein nicht gut geplanter Personaleinsatz zu Überlastungen der Mitarbeiter*innen und zur Minderung der BetreuungsqualitĂ€t fĂŒhren. Gerade weil die Personalausstattung noch verbesserungsfĂ€hig ist, muss das bemessene und finanzierte Personal möglichst effizient eingesetzt werden.
Dazu muss der Planungblick ĂŒber die Woche und den Monat auf das gesamte Jahr ausgeweitet werden und die ZeitrĂ€ume der PersonalZUMESUNG und des PersonalEINSATZES entkoppelt werden, damit nicht die gerade finanzierte Personalmenge eingesetzt wird, sondern die jeweils erforderliche.
Die notwendige Bereitschaft der Mitarbeiter*innen zu flexiblen Arbeitszeiten wird insbesondere beim Einsatz eines Jahresarbeitszeitmodels belohnt durch ein festes Monatsgehalt, das nicht an die sich verÀndernde Wochenarbeitszeit angepasst wird;
fĂŒr den TrĂ€ger entfĂ€llt die Notwendigkeit, die ZeitumfĂ€nge von ArbeitsvertrĂ€gen den jeweiligen Finanzierungen oder aktuellen Belastungsspitzen anzupassen;
die Herausforderung fĂŒr die Leitung, den Personaleinsatz in grĂ¶ĂŸeren ZeitrĂ€umen und vorausschauend zu planen wird belohnt, weil Belastungsspitzen vermieden und fĂŒr erkennbar grĂ¶ĂŸeren oder geringeren Arbeitsanfall planend Vorsorge getroffen werden kann.

Um TrĂ€ger und Kita-Leitung bei der Umsetzung einer vorausschauenden Personalplanung, die gleichzeitig das zur VerfĂŒgung stehende Finanzvolumen im Auge hat, zu helfen, gibt es eine Excel-Personalsteuerungsdatei, deren Philosophie und Anwendung in zwei Webinaren (Seminare online im Internet) erlĂ€utert wird.

Termine sind der
27. April von 14:30 bis 15:30 Uhr zur Personalbemessung an den vier Stichtagen und der Notwendigkeit wie der Möglichkeit mit dieser Finanzierung eine Jahresplanung zu machen, und am
4. Mai von 14:30 bis 15:30 Uhr zum konkreten Umgang mit der Excel-Personalsteuerungsdatei.

Die Datei kann ab Mittwoch auf der Seite des MBJS heruntergeladen werden: http://www.mbjs.brandenburg.de/kita-startseite.htm
Eine Anmeldung zum Webinar bitte ab sofort unter folgender Mailadresse: info@kita-brandenburg.de
Es grĂŒĂŸt freundlich
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Personalsteuerungsdatei

Beitragvon Detlef Diskowski » 23.03.2017, 16:33

Die Webinarausschreibung und auch die Steuerungsdatei sind jetzt online auf der Seite des MBJS:
http://www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/d ... .501552.de
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Re: www.Seminar "Mit knappen Ressourcen klug haushalten!"

Beitragvon Detlef Diskowski » 24.03.2017, 09:38

Die Excel-Steuerungsdatei selbst und eine bereits mit fiktiven Werten ausgefĂŒllte Beispieldatei können Sie jetzt auch hier herunterladen.
Fin-PSD_Mrz17_blanco_20170331.xlsm
Datei ist aktualisiert; bitte diese Datei verwenden!
(238.7 KiB) 51-mal heruntergeladen
Fin-PSD_Mrz17_Beispiel_20170331.xlsm
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(246.85 KiB) 51-mal heruntergeladen
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Re: www.Seminar "Mit knappen Ressourcen klug haushalten!"

Beitragvon V.Engler » 27.04.2017, 15:29

Im Anschluss an das Webinar stellt sich die Frage, ob bereits bei der Stichtagsmeldung ein Dispositionsspielraum eine Rolle spielt.

Bsp.: Entsprechend der Kinderzahlen benötigt die Kita 10,000 VbE npP. TatsĂ€chlich sind auch 10 VbE vorhanden und werden finanziert. UnabhĂ€ngig davon bringt der TrĂ€ger nur 9,500 VbE zum Einsatz, weil er 5 % in der Arbeit mit Arbeitszeitkonten fĂŒr schwierigere Zeiten einspart.

Ist das so möglich?

Evelyn
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Re: www.Seminar "Mit knappen Ressourcen klug haushalten!"

Beitragvon Evelyn » 27.04.2017, 15:36

Hallo, dann arbeitet die Kita ja aber mit weniger als den Soll - VbE, was ich problematisch finden, auch in Fragen der Haftung, falls was passieren sollte (was man ja nicht hofft). VG

V.Engler
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Re: www.Seminar "Mit knappen Ressourcen klug haushalten!"

Beitragvon V.Engler » 27.04.2017, 15:45

Ich habe noch eine Frage zum Personalkostenzuschuss - Jahresausgleich.

Bsp.: Der TrÀger meldet zu den Stichtagen folgendes vorhandenes pÀdagogisches Personal:

I. Quartal 90 %, Finanzierung von 90 %
II. Quartal 110 %, Finanzierung von 100 %
III. Quartal 95 %, Finanzierung von 95 %
IV. Quartal 98 %, Finanzierung von 98 %

Jahresmittel: 98,25 %

1. Muss der TrĂ€ger eine Forderung zum Jahresausgleich geltend machen oder ist der Landkreis verpflichtet, fĂŒr alle TrĂ€ger den möglichen Jahresausgleich zu prĂŒfen? Muss er dem Landkreis anzeigen, dass er mit Jahresarbeitszeitmodellen arbeitet?

2. Wie wĂŒrde sich in diesem Beispiel der Jahresausgleich auswirken?

Variante A: I., III., IV. Quartal = Aufstockung auf 98,25 %, II. Quartal = 100 % wie finanziert
Variante B: Korrektur aller Quartale auf 98,25 %
Variante C: Im I. Quartal wird der Dispositionsspielraum von 5 % unterschritten, eine Aufstockung von 5 % ist nur möglich, außer der TrĂ€ger arbeitet mit Jahresarbeitszeitmodell. Die ĂŒbrigen Quartale werden wie Variante A oder B finanziert.

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Re: www.Seminar "Mit knappen Ressourcen klug haushalten!"

Beitragvon Detlef Diskowski » 27.04.2017, 20:06

V.Engler hat geschrieben:Im Anschluss an das Webinar stellt sich die Frage, ob bereits bei der Stichtagsmeldung ein Dispositionsspielraum eine Rolle spielt.
Bsp.: Entsprechend der Kinderzahlen benötigt die Kita 10,000 VbE npP. TatsĂ€chlich sind auch 10 VbE vorhanden und werden finanziert. UnabhĂ€ngig davon bringt der TrĂ€ger nur 9,500 VbE zum Einsatz, weil er 5 % in der Arbeit mit Arbeitszeitkonten fĂŒr schwierigere Zeiten einspart.
Ist das so möglich?

Ich bin nicht sicher, ob ich das Beispiel verstehe.
Also:
GemĂ€ĂŸ Stichtag stehen der Einrichtung 10,0 VbE fĂŒr dieses Quartal zu. Setzt der TrĂ€ger in diesem Quartal 10 VbE ein oder 9,5 VbE?
- Setzt er 9,5 VbE ein, so werden ihm nur 9,5 VbE finanziert (und gleichzeitig 0,5 VbE "gutgeschrieben" auf die er im Jahresverlauf zurĂŒckgreifen kann, wenn er angibt, das Personal im Jahresarbeitszeitmodell einzusetzen). Er könnte also z.B. im nĂ€chsten Quartal 0,5 VbE mehr einsetzen, als ihm nach Stichtagsmeldung zustehen.
- Setzt er 10,0 ein, werden ihm diese finanziert.

Schwieriger wird es, wenn er in den ersten Quartalen schon mehr Personal einsetzen will, als ihm nach Stichtagsmeldung zustehen (was i.d.R. in der Krippe und im Kindergarten auftreten wird). Also:
- Dem TrÀger stehen nach Stichtagsmeldung 10,0 VbE zu, er will aber wg. der angestiegenen Kinderzahl 10,6 VbE einsetzen. (s. die Folien 8, 9 und 10 aus der PrÀsentation meines heutigen Webinars, die hier herunterzuladen ist: https://kita-brandenburg.edudip.com/w/238166#documents )
> Hier könnte der TrĂ€ger in Vorleistung gehen und bekĂ€me diese fehlenden Personalmittel mit dem Jahresausgleich erstattet - oder es gibt mit dem Jugendamt ein vereinbartes Verfahren; § 3 Abs. 4 KitaBKNV sieht so etwas ausdrĂŒcklich vor. Hier stellt sich evtl. die Frage, ob ein TrĂ€ger den ANSPRUCH sofortige BerĂŒcksichtigung seines Jahresarbeitszeitmodells (und damit die unmittelbare Bezuschussung von 10,6 VbE) durchsetzen könnte. Über diesen Fall, dass sich Jugendamt und TrĂ€ger nicht einigen, mĂŒsste m.E. vertiefter nachgedacht werden.
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Re: www.Seminar "Mit knappen Ressourcen klug haushalten!"

Beitragvon Detlef Diskowski » 27.04.2017, 20:17

Evelyn hat geschrieben:Hallo, dann arbeitet die Kita ja aber mit weniger als den Soll - VbE, was ich problematisch finden, auch in Fragen der Haftung, falls was passieren sollte (was man ja nicht hofft). VG

Hallo Evelyn,
Sie beziehen sich vermutlich auf dieses Beispiel.
V.Engler hat geschrieben:Bsp.: Entsprechend der Kinderzahlen benötigt die Kita 10,000 VbE npP. TatsĂ€chlich sind auch 10 VbE vorhanden und werden finanziert. UnabhĂ€ngig davon bringt der TrĂ€ger nur 9,500 VbE zum Einsatz, weil er 5 % in der Arbeit mit Arbeitszeitkonten fĂŒr schwierigere Zeiten einspart.

Ich kann hier kein Problem nicht entdecken.
Die Frage der Haftung ist nicht direkt gekoppelt mit dem notwendigen pĂ€dagogischen Personal, sondern mit der ErfĂŒlllung des Auftrages. Ein extremes Beispiel macht das deutlich: Ein TrĂ€ger hat alle Stellen besetzt (also das n.p.P. wird gewĂ€hrleistet), aber 80% der MitarbeiterInnen sind krank. Hier kann der TrĂ€ger sich nicht entlasten, indem er auf die besetzten Stellen verweist, sondern er muss in jedem Fall den ordnungsgemĂ€ĂŸen Betrieb sicherstellen.
Auch gegenĂŒber dem Jugendamt oder dem MBJS ergibt sich kein Problem, weil die Möglichkeite des quartalsĂŒbergreifenden Personalausgleichs ausdrĂŒcklich in BKNV und PersV vorgesehen sind.
Auch gegenĂŒber den Eltern kann er deutlich machen, dass er im besten Interesse der Kinder handelt, indem er jeweils das Personal einsetzt, das fĂŒr die tatsĂ€chlich betreuten Kinder erforderlich ist - und nicht das, was nach Stichtag finanziert wird.
Es grĂŒĂŸt freundlich
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Re: www.Seminar "Mit knappen Ressourcen klug haushalten!"

Beitragvon Detlef Diskowski » 27.04.2017, 20:47

V.Engler hat geschrieben:1. Muss der TrĂ€ger eine Forderung zum Jahresausgleich geltend machen oder ist der Landkreis verpflichtet, fĂŒr alle TrĂ€ger den möglichen Jahresausgleich zu prĂŒfen? Muss er dem Landkreis anzeigen, dass er mit Jahresarbeitszeitmodellen arbeitet?

Wie ich schon zu Ihrem ersten Beitrag schrieb, ĂŒber die Frage der Verpflichtung und des Anspruchs wĂŒrde ich mir gerne erst noch vertieft Gedanken machen - und andere TN bitte auch!!
Ich denke aber der Wortlaut der Regelung legt nahe, dass der TrĂ€ger geltend machen muss, sein Personal entsprechend einzusetzen. Es wĂ€re auch eine unbillige Forderung, wenn man dem Jugendamt eine solche Rechercheaufgabe aufladen wĂŒrde.

V.Engler hat geschrieben:2. Wie wĂŒrde sich in diesem Beispiel der Jahresausgleich auswirken?

Das sind jetzt Ihre Varianten der Finanzierung durch das Jugendamt - also NICHT wie in Ihrem Beispiel als "Finanzierung" jeweils dargestellt, richtig?

V.Engler hat geschrieben:Variante A: I., III., IV. Quartal = Aufstockung auf 98,25 %, II. Quartal = 100 % wie finanziert

Damit ergĂ€be sich im letzten Quartal eine Überzahlung fĂŒr die ich keinen Grund sehe.
V.Engler hat geschrieben:Variante B: Korrektur aller Quartale auf 98,25 %

Das scheint mir angemessen.
V.Engler hat geschrieben:Variante C: Im I. Quartal wird der Dispositionsspielraum von 5 % unterschritten, eine Aufstockung von 5 % ist nur möglich, außer der TrĂ€ger arbeitet mit Jahresarbeitszeitmodell. Die ĂŒbrigen Quartale werden wie Variante A oder B finanziert.

Warum argumentieren Sie mit dem 5%-Modell, wo es doch so leicht ist ein Jahresarbeitszeitmodell zu reklamieren?
Es grĂŒĂŸt freundlich
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Mitschnitt des Webinars

Beitragvon Detlef Diskowski » 27.04.2017, 21:00

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