Stellenwert der ElternwĂĽnsche

Frei, aber nicht beliebig. Horterzieherinnen und -erzieher erfüllen die Aufgaben der Horte zwischen familienergänzender Bestimmung und allgemein gesellschaftlichen Zielsetzungen als sozialpädagogische Fachkräfte. Der Bildungsauftrag umfasst die individuelle Erziehung,
Bildung, Betreuung und Versorgung von Kindern in einem Rahmen, der frei von vorgegebenen Lehrplänen in jeder Einrichtung durch eine Hauskonzeption ausgestaltet wird. Beteiligung, Zusammenarbeit und eine kindzentrierte Arbeitsweise sind Grundpfeiler aller Bildungsprozesse im Hort.

Moderatoren: Anna K. Ohm, Bettina Stobbe, Ulrike Klevenz, Detlef Diskowski, rogerprott

lysan
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Stellenwert der ElternwĂĽnsche

Beitragvon lysan » 10.06.2016, 09:10

In diesem Baustein wird auf den hohen Stellenwert der Elternwünsche verwiesen. Das wird mit der Formulierung des familienergänzenden Angebots begründet. In den weiteren Ausführungen wird erklärt, dass Elternwünsche im Verhältnis zu den Kindern und der Fachlichkeit der Erzieher gesetzt werden sollten.

Trotz dieser Einschränkung sehen wir den Stellenwert der Elternwünsche als zu hoch angesetzt.
Natürlich ist Freiwilligkeit und eine grundsätzliche Akzeptanz Voraussetzung der Arbeit im Hort.
Im Bereich C wird aber besonders darauf hingewiesen, dass Kinder in der heutigen Zeit nahezu "domestiziert" werden.
Aufgrund der Lebenssituation und auch der Überbehütung der Eltern fehlen eine Vielzahl von Erfahrungsmöglichkeiten, die wir den Kindern aber bieten können. Das wird leider allzuoft von den Eltern unterwandert oder gar torpediert.

Wir sind der Meinung, dass die Kinder im Mittelpunkt stehen und deren WĂĽnsche - nicht die der Eltern!

rogerprott
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Re: Stellenwert der ElternwĂĽnsche

Beitragvon rogerprott » 10.06.2016, 18:15

In dem kommentierten Text wird die rechtliche Ausgangsbasis beschrieben und als praktische Konsequenz darauf verwiesen, dass Elternwünsche einen hohen Stellenwert haben - selbst wenn sie manchmal etwas merkwürdig, einschränkend oder unpädagogisch sein mögen.
Das hat auch seine pädagogische Entsprechung, denn gehen den Elternwunsch läuft so gut wie gar nichts. Stellen wir uns vor, Horterzieher*innen würden etwas ganz Tolles/Wichtiges für die Kinder (mit ihnen!) arrangieren wollen, wissen jedoch, dass das Einverständnis der Eltern versagt bleibt. Was dann? Die Kinder kommen in einen Loyalitätskonflikt, und der ist niemals eine gute Basis für erfolgreiche Bildung.
Es geht ja im Übrigen auch nicht darum, alle Elternwünsche zu erfüllen, Wunschzettel gibt es nur zu Weihnachten (git auch für Kinder, für Erzieher*innen, im Grunde immer). Elternwünsche hoch ansetzen, heißt sie wirklich ernst zu nehmen, auch wenn sie nicht ins pädagogische Schema passen. Sich damit und mit den Eltern auseinander zu setzen, 'lehrt' die Kinder mehr als jede pädagogisch gemeinte Aktion.


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